Főoldal Das Weinbaugebiet Naturschätze des Villányer Weinbaugebiets Die Ungarische Zeitlose

Die Ungarische Zeitlose (Magyar kikerics)

(Colchicum hungaricum)

Die Ungarische Zeitlose, eine wunderschöne Krokusart, ist mit Recht die Wappenpflanze der besten Weine im Villányer Weinbaugebiet geworden, denn sie ist ein einzigartiger Naturschatz Ungarns.

Eine richtige ungarische Besonderheit: die Zeitlose

An milderen Januartagen, wenn in den anderen Landesteilen noch düsteres Wetter herrscht, blüht auf dem Szársomlyó-Berg bei Nagyharsány schon die früheste Frühjahrsblume, die Ungarische Zeitlose.

Magyar KikericsZwischen ihren beiden dunkelgrünen, gewimperten Blättern mit V Querschnitt erscheinen bis Spätfrühling 10 bis 15 weiße und helllila Blütenhüllen nacheinander. Sie ist ihrer Verwandten, der häufiger vorkommenden und größeren lila-rosafarbenen Herbstzeitlosen ähnlich. Ein zierliches und elegantes kleines Wesen, das im März in Massen blüht.

Sie gehört zur Ordnung der Lilien und als solche hat sie sechs Blütenhüllblätter. Ihre Zwiebelknolle versteckt sich eine Spanne tief im Boden des felsigen Rasens, gewöhnlich schmiegt sich die Knolle an den Felsen. Die Samenkapsel erscheint aus der Tiefe im Mai und die Samen werden vom Niederschlag und den Insekten weggetragen und in der Nähe des Mutterstocks wieder ausgesät.

Danach geht sie wieder in Ruhestand, die Blätter vertrocknen und die Zwiebelknolle ruht sowohl im trockenen Sommer als auch im Winter. Dies ist die Überlebensstrategie der auf felsigen Rasen lebenden Zwiebelgewächse.


Als einziger Fundort hat man lange nur den südlichen Hang des
Szársomlyó-Berges, gekannt. Hier wurde im Jahre des österreichisch-ungarischen Ausgleiches 1867 die bis dahin unbekannte Pflanze von Viktor Janka, dem ungarischen Botaniker entdeckt.

In der „wissenschaftlichen Taufe“ bekam sie den fachlichen Regeln entsprechend den Namen Ungarische Zeitlose, Colchicum hungaricum.

Sie wuchs früher in Massen, als hier Schafe gehütet wurden. Die traditionelle Bodenbewirtschaftung lebte mit der Natur in Frieden, die gehüteten Tiere fraßen nur den Rasen und andere Mitglieder der Gesellschaft, aber die Ungarischen Zeitlosen haben sie verschont. Alle Arten dieses Pflanzengeschlechts enthalten nämlich stark giftiges Colchicin.

Da der Szársomlyó-Berg ein Lebensraum von Pflanzen- und Tiergesellschaften mit einer der größten Artendiversität ist, wurde er schon 1936 für besonders geschützt erklärt.

Der Lebensraum der Ungarischen Zeitlosen wurde sowohl von den ausgezeichneten Botanikern aus Pécs als auch von der Botanischen Forschungsinstitut der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, den Forschern der Naturwissenschaftlichen Museums und der Lóránd Eötvös Universität in Budapest regelmäßig untersucht. Dieses seltene und woanders gar nicht akklimatisierbare, also anspruchsvolle Lebewesen zeigt uns allen, unter welchen Umständen sie leben kann.

Sie ist nur hier, auf dieser mediterranen Insel fähig sich fortzupflanzen. Wahrscheinlich überstand sie hier die eine Million Jahre seit der letzten Eiszeit.

Falls sie das mediterrane Klima anzeigt, könnte sie auf den Klimawechsel und die Erwärmung auch günstig reagieren. Tatsächlich, Messungen nach mehreren Jahren zeigen, dass sich die Zahl der blühenden Stücke zwar noch nicht erhöhte, aber die Zahl der keimenden Samen und der jungen Einzelpflanzen hat sich bedeutend gesteigert. (Nach der Keimung blüht sie erst im dritten oder vierten Jahr). So wird der Klimawechsel auch von dieser seltenen Pflanze bewiesen.